Zeiten, in denen kaum Wind- oder Solarstrom produziert wird, kommen vor. Lobbyisten der konventionellen Energiewirtschaft nutzen dies regelmäßig zur Panikmache vor Versorgungslücken. Doch die Angst ist unbegründet, so berichtet der Spiegel in seiner Online-Ausgabe am 7. Februar 2017.

Der Begriff Dunkelflaute beschreibt eine Situation, in der es gleichzeitig wenig Sonnenlicht und wenig Wind gibt. Die Ökostromproduktion bricht ein. Dies geschieht meist im Winter, wenn der Strombedarf Deutschlands besonders hoch ist. Versorgungslücken könnten also drohen.

Denn viele der Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke, die in solchen Fällen einspringen könnten, sind kaum oder gar nicht mehr rentabel. Einige sollen vom Netz gehen. Die Strompreise fallen, denn die Erneuerbaren decken mittlerweile einen Großteil des Strombedarfs – bei optimalen Bedingungen fast 100 Prozent des Bedarfs. Um den Betrieb der alten Meiler wieder attraktiver zu machen, wird nun gefordert, die Kraftwerksbetreiber für sogenannte Systemdienstleistungen zu bezahlen, die sie zur Stabilisierung des Stromnetzes erbringen.

Doch die Angst ist völlig überzogen. Als Beispiel dient die Dunkelflaute des 24. Januar 2017: Gegen 18 Uhr, als der Verbrauch am größten war, steuerten alle Ökostromanlagen zusammen nur rund elf Prozent zum Strommix bei. Dennoch waren maximal Gaskraftwerke mit einer Leistung von 10 Gigawatt im Einsatz, möglich gewesen wären bis zu 28 Gigawatt. Außerdem war so viel Strom verfügbar, dass Deutschland sogar permanent Strom exportierte.

Momentan ist die deutsche Versorgung also auch zu Zeiten von Dunkelflauten gut gesichert. Dies wird auch so bleiben, denn die Betreiber dürfen ihre Kraftwerke nur mit Genehmigung der Bundesnetzagentur stilllegen. Das für die Energiewende zuständige Bundeswirtschaftsministerium hält die Situation in Deutschland ebenfalls für undramatisch.



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