Naturschutz verkehrt: Nicht die Windenergie im Raum Spreewald, sondern das Landsumweltamt bedroht den Lebensraum der Schwarstörche im Raum Lübben. Als Nahrungsquelle dienten dem geschützten Großvogel bisher die nahegelegenen Hartmannsdorfer Teiche. Die Erhaltung dieser Teiche wird nun jedoch ausgerechnet vom Landesumweltamt blockiert, so berichtet die Märkische Oderzeitung in ihrer Ausgabe vom 31. März 2016.

Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts ist die Zahl der Schwarzstörche im Spreewald rückläufig. Als Grund wird vor allem die aufgegebene Teichwirtschaft genannt. 150 Hektar Wasserflächen mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot für die Störche sind in den vergangenen Jahren verschwunden.

Dem versucht die Potsdamer Projektentwicklerin Gudrun Petrick entgegenzuwirken: Ein Konzept zum Schutz der scheuen Tiere wurde entwickelt: Ein Gutachten hatte gezeigt, dass die Störche bei den Hartmannsdorfer Teichen auf Nahrungssuche gehen. Die Fischer mussten die Teiche aber nun wegen Unrentabilität aufgeben. Die Idee: Die Windparks sollen die Teiche für die nächsten 25 Jahre unterhalten.

Gegen das Konzept, das auch Umweltschützer unterstützen, sperrt sich bislang aber das Landesumweltamt. Statt die Teiche als „Schwarzstorchnahrungshabitat“ zu erhalten, fordert das Amt die Zahlung von Ausgleichsabgaben an den Naturschutzfonds. Hiermit werden landesweit Umweltprojekte finanziert.

Dagegen wehrt sich die Planerin entschieden. Die Zeit aber drängt: Unterdessen sind die Teiche abgelassen worden und drohen zuzuwachsen. Nach Angabe des Landesfischereiverbandes müssen die Teiche noch in diesem Jahr wieder befüllt werden. Eine erneute Nutzung werde ansonsten zu teuer.