Berlin, 19. April 2017: Die Produktion von Strom aus Atomkraftwerken sinkt immer weiter. Die Hauptursache sind keine politischen Entscheidungen, sondern technische Probleme. Durch marode Meiler sank der Anteil im EU-Strommix unter den der Erneuerbaren, so berichtet die taz am 6. April 2017.

Wie Zahlen der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO zeigen, sank die europäische Atomstrom-Produktion im Jahr 2016 auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Gegenüber dem historischen Höchstwert von 2004 ist das ein Minus von 17 Prozent. Verantwortlich hierfür sind aber keine Vorgaben der Politik. Denn im Jahr 2016 wurde EU-weit kein einziger Meiler offiziell abgeschaltet. Die sinkende Produktion resultiert aus Produktionsausfällen aufgrund technischer Probleme.

Besonders die französischen Meiler sorgen für erhebliche Sicherheitsbedenken. Darum produzierten sie so wenig wie zuletzt 1999. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Menge 2016 um fast acht Prozent ab. Auch 2017 setzt sich die Entwicklung bislang fort: In den ersten beiden Monaten sank die Produktionsmenge nochmals um sechs Prozent.

Ähnlich sieht es in der Schweiz aus. Im Jahr 1984 produzierte das Land das letzte Mal so wenig Atomstrom wie nun 2016. Gegenüber dem historischen Höchststand liegt das Minus bei 23 Prozent.

Im EU-Strommix liegt die Kernenergie derzeit bei nur noch 26 Prozent – und damit rund vier Prozentpunkte unter dem Anteil der erneuerbaren Energien.