Am 8. Mai 2015 behauptete Björn Lomborg in der FAZ, die deutsche Klimapolitik sei teuer und ineffizient. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) widersprach dem am 26. Mai 2015 ebenfalls in der FAZ entschieden: Die Klimapolitik habe sehr wohl bedeutende Ergebnisse vorzuweisen.

Erfolgreicher Klimaschutz benötigt Wegbereiter, so Hendricks. Etwa wie die Erneuerbaren in Deutschland, die mit einem Anteil von 27,8 Prozent am Bruttostromverbrauch Deutschlands Stromquelle Nummer eins sind. Strom aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen wird zu den gleichen Vollkosten produziert wie der aus modernen Gas- oder Steinkohlekraftwerken. Damit haben die Erneuerbaren bewiesen, dass sie konkurrenzfähig sind. Selbst weltweit zählen sie zu den günstigsten Stromquellen – auch weil Deutschland die Anfangsinvestitionen bereits getätigt hat.

Lomborg hatte der Klimapolitik insgesamt ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Hendricks räumte zwar ein, dass die Verhandlungen zäh und oftmals unbefriedigend seien. Sie seien gleichzeitig aber alternativlos. Zudem gebe es Fortschritte – etwa, dass mittlerweile alle Länder bereit sind, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Neben der Stromproduktion seien, so die Bundesumweltministerin, weitere wichtige Punkte die ressourcenschonende Nutzung von Strom und Wärme, die intelligente und lebenswertere Gestaltung der Städte und Gemeinden, der geringere Einsatz von Stickstoff in der Landwirtschaft oder gesündere Ernährungsweisen. Klimaschutz heiße auch Gesellschaftsstrukturen neu auszurichten und neue Geschäftsmodelle für die Wirtschaft zu entwickeln. Deutschland und die Branche der Erneuerbaren würden dabei künftig eine Hauptrolle spielen, so Hendricks weiter.