Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19. November 2015 berichtet, hat Sturmtief „Heini“ nicht nur ungemütliches Wetter nach Deutschland gebracht. Er sorgte auch für einen neuen Rekord: Noch nie wurde in Deutschland so viel Windstrom eingespeist wie am 18. November 2015. Das freut die Betreiber von Windenergieanlagen, stellt Netzbetreiber aber vor Herausforderungen. Denn der Strom steht meist nicht dort zur Verfügung, wo er benötigt wird. Die Folge: Ersatzlieferungen sind erforderlich.

32.600 Megawatt – so viel Windstrom wurde am Mittwoch, den 18. November eingespeist. So viel war es an einem Tag in Deutschland noch nie. Grund dafür war Sturmtief „Heini“, das Orkanböen mit 170 Kilometer pro Stunde brachte. Gleichzeitig machte dies aber auch Ersatzlieferungen aus dem Ausland und abgeschalteten Kraftwerken nötig – in der Spitze bis zu 2.200 Megawatt.

Denn durch das wachsende Angebot fällt der Preis an der Strombörse. Die Nachfrage aus dem Ausland steigt. Das Problem: Der günstige Windstrom wird hauptsächlich in Norddeutschland produziert, die Nachfrager sitzen häufig in Südeuropa. Die deutschen Stromnetze sind zu langsam und nicht ausreichend ausgebaut, sodass der Windstrom nicht zu den Käufern kommt. Um die Nachfrage bedienen zu können, muss der Strom woanders produziert werden – etwa mit Anlagen, die unwirtschaftlich und umweltschädlich mit Öl Strom erzeugen.

Für diesen Winter sind für Ersatzlieferungen Anlagen mit 7571 Megawatt Leistung gebucht. Die Kosten hierfür liegen bei 122,4 Milliarden Euro, die über die Netzentgelte in den Strompreis eingehen.